Private Stammbäume online? Warum denn nicht öffentlich?

Ich werde öfter mal gefragt, warum ich meinen Stammbaum nicht für jeden öffentlich bei ancestry oder auch  myheritage veröffentlicht habe.

Heute zeige ich Euch mal anhand eines klassischen Beispiels, warum ich mich schon vor einigen Jahren dazu entschlossen habe.

Seit einiger Zeit hat myheritage die sogenannten “Instant Discoveries” zu bieten. Die zeigt nicht nur direkte Übereinstimmungen von Stammbäumen, sondern auch dadurch resultierende Erweiterungen für meinen Stammbaum.

Instant Discoveries Anna Schaper

Instant Discoveries Anna Schaper

Leider kann man über diese Instant Discoveries nicht direkt den Eigentümer des anderen Stammbaums ansprechen, da muss man einen Umweg über die Smart Matches machen. Ich halte das für einen blöden bug, den ich auch schon an den myheritage Support gemeldet habe.

Auch habe ich weiter keine Möglichkeiten, Details zu den Personen einzusehen, bevor ich sie zu meinem Stammbaum hinzufüge. Das verführt meines Erachtens nach dazu, einfach irgendwelche “passenden” Daten zu dem Baum hinzuzufügen. Also mache ich den Test und füge eine dieser Instant Discoveries zu meinem Stammbaum zu.

Das sieht dann folgendermaßen aus, die zugefügten Personen sind mit “NEU” markiert. Mein schon existierender Vorfahr ist in diesem Fall Johann Heinrich Friedrich SCHMIDT (geb. 1844), der Onkel meines Urgroßvaters. Da war ich natürlich total aufgeregt, wenn für eine direkte Linie Verwandte finden kann.

klara bergstresser

Jetzt ist ja SCHMIDT der zweithäufigste Nachname in Deutschland und ich bin mir recht sicher, dass das vor knapp 170 Jahren nicht anders war. Von daher kann man da mal durcheinander kommen.

Schauen wir uns das doch mal näher an

Was mir als erstes auffällt, er ist Jahrgang 1844, die angebliche Ehefrau ist Jahrgang 1882. Das ist schon ein ziemlich großer Altersunterschied. Kann aber sein, das muss noch nicht heissen, dass diese Ehe falsch ist, aber lässt mich schon mal nachdenken.

timeline Johann Schmidt

 

Aber gucken wir weiter. Ein Blick auf sein angepasstes Profil zeigt mir Zeit und Ort der Hochzeit mit Klara BERGSTRESSER: 1903 in Groß Romanow / Samara, Russland. Da bilden sich dann bei mir die nächsten Fragezeichen. Er ist in Tüschenbek in Lauenburg (vor den Toren von Lübeck) geboren. Und soll in Rußland geheiratet haben?

Aber auch das KANN sein, das alleine wäre noch kein Grund, diese Beziehung anzuweifeln.

Für mich wurden es aber langsam zu viele Zweifel, wenn ich mir die Kinder aus dieser angeblichen Beziehung anschaue. Da sind neun Kinder zwischen 1904 und 1928 eingetragen. Und jetzt fangen wir mal an zu rechnen. Bei der Geburt des ersten Kindes war er immerhin schon 60 – da sind wir immer noch bei “das KANN sein”. Und dann gucken wir im Bild oben mal nach ganz rechts. Das letzte bekannte Geburtsjahr eines Kindes ist 1928. Das bedeutet, der Vater wäre bei der Geburt 84 Jahre alt gewesen. Jetzt bewege ich mich langsam auf “das kann NICHT sein” zu.

Und jetzt kommt der letzte Test: die Quellen. Ja, das böse Q-Wort. Also gucken wir doch mal.

quellenUnd wie wir sehen, sehen wir nichts. Ausser den Instant Recoveries sehen wir keine Quelle angegeben. Und spätestens an der Stelle bin ich dann raus. Ich gehe so weit, dass ich sage “Auf gar keinen Fall ist Klara BERGSTRESSER die Ehefrau von Johann Heinrich Friedrich SCHMIDT. Und das heisst für mich, ich muss die Personen jetzt wieder manuell löschen. Auch irgendwie suboptimal.

So, und was hat das ganze nun damit zu tun, dass ich meinen Stammbaum nicht öffentlich einsichtbar habe? Das ist recht einfach zu beantworten.

Wenn ICH einfach so Daten aus anderen Stammbäumen zu meinem zufügen kann, es mir auch noch so leicht gemacht wird, ohne, dass ich vorher nachprüfen kann, ob das überhaupt Sinn macht, dann können andere das auch.

Und zwar nehmen die dann Daten aus meinem Stammbaum. In diesem konkreten Fall könnte der andere Eigentümer meine gesamte SCHMIDT-Linie seinem Stammbaum zufügen, obwohl das totaler Quatsch ist (auf meine Anfrage hat er übrigens auch nicht geantwortet). Und was passiert dann? Ich bekomme ständig Smart Matches als Übereinstimmungen angezeigt, von denen sich dann nach Prüfung herausstellt, dass die falsch sind. Dafür muss ich aber die Stammbäume hoch und runter wandern, denn auf den ersten Blick würden die ja Sinn machen. Meine Daten in seinem Baum, die mir wieder als Übereinstimmung angeboten werden.

Juhuu.. Verwandte.. ach nee, warte doch nicht, denn irgendwo da drin ist ein ganz übler Fehler.

Das ist mir in der Vergangenheit schon passiert. Woran ich heute noch merke, dass mir aus anderen öffentlichen Stammbäumen “meine” Daten angeboten werden? Ich habe da am Anfang mal eine üble Verwechslung von Brüdern gebastelt. Bei mir ist sie korrigiert, aber sie schwirrt immer noch durch die Weiten des Internets.

Ich teile gerne. Meine Stammbäume sind alle so eingestellt, dass ein anderer Forscher sehen kann, dass es eventuell eine Übereinstimmung gibt. Und wenn er/sie mehr wissen möchte, kann man mich anschreiben und dann tauschen wir uns aus. Aber klammheimliches Kopieren gibt es bei mir nicht.

Wie handhabt Ihr das? Privat oder Öffentlich?

Genchat – Tipps und Tricks

Hier ein paar Twitter Tipps und Tricks, die einem das Leben während des Genchats (oder auch während jedes anderen twitterchats) leichter machen.

Bevor es losgeht!

Das allerwichtigste ist, dem Moderator zu folgen. Für den deutschsprachigen Genchat ist das seit neuestem @genchatDE. So stellt man sicher, dass man keine Frage verpasst.

Um nicht mit anderen Themen durcheinander zu kommen, die gerade auf twitter diskutiert werden, ist es auch wichtig, für den Zeitraum des genchats, dem dedizierten hashtag zu folgen: #genchatDE

Wie folge ich einem hashtag?

Das Verfolgen des hashtags kann auf verschiedene Arten passieren:

  1. im Twitter Suchfeld oben rechts #genchatDE eingeben und auf der nächsten Seite “live” auswählen. So bekommt man die tweets chronologisch in der richtigen Reihenfolge geliefert.
  2. Über eine externe Applikation wie z.B. TweetDeck https://tweetdeck.twitter.com/ Diese Applikation muss einmal mit dem Twitter Konto verbunden werden und dann kann man sich seinen Bildschirm so einrichten, wie man es braucht. Für diesen Fall folge ich einfach dem #genchatDE.
  3. eine andere externe Anwendung ist TweetChat unter tweetchat.com Auch diese Applikation muss einmal mit dem Twitter Konto verbunden werden. Der Vorteil bei TweetChat ist der folgende. Ich gebe nur EINMAL zu Beginn den hashtag ein und betrete so einen virtuellen Raum. Das bedeutet, was immer ich dort twittere enthält automatisch den gewählten hashtag. Und ich bekomme dort alle tweets mit eben diesem hashtag angezeigt.  Und das beste daran? Ich kann bei jeder Nutzung entscheiden, welchem hashtag ich folgen möchte. Ich bin da also nicht festgelegt.
Mal als Beispiele, so sieht mein TweetDeck aus:

Tweetdeck

Das ist vollkommen persönlich einstellbar. Ich folge 2 hashtags, möchte sehen, wenn mich jemand persönlich anspricht und auch, wenn jemand aus meinem Netzwerk andere Inhalte bewertet oder anderen Nutzern folgt. Für unseren genchat ist die 2. Spalte ausschlaggebend.

Und hier ist mein aktueller TweetChat

TweetChat

 

Daran dass ich beide externen Lösungen benutze, können Sie schon erahnen, welche der oberen Alternativen ich nicht empfehle. Und das hat folgenden Grund: bei viel Aktivität um einen hashtah verzögert sich die Anzeige bei twitter selbst gerne mal. So ist es mir  z.B. beim ersten genchatDE passiert, ich bin erst  nach ca. 30 Minuten zu meinem TweetDeck Konto gewechselt, da einfach keine Updates mehr über twitter kamen.

Nicht durcheinander kommen!

Sehr wichtig um den Überblick zu behalten, sind folgende Punkte:

  1. die Fragen des Moderators, die mit F1, 2, 3… gestellt werden, auch mit A1, 2, 3… zu beantworten.
  2. Wenn man sich auf andere tweets / Antworten anderer Teilnehmer bezieht, nicht die direkte Antwort (also “reply”) nutzen, sondern einen retweet nutzen. Auch dort die Nummer der Frage erwähnen, auf die die Antwort sich bezieht. Das hilft, im Kontext zu bleiben.
  3. Zusätzlich habe ein Memo an mich geschrieben: mir etwas mehr Zeit mit den Fragen lassen. Den Teilnehmern mehr Zeit zum lesen und verarbeiten geben.

Diese Tipps und Tricks sollten helfen, die meisten der Probleme, die sich ergeben, auszuschalten.

Habt Ihr noch weitere Hilfsmittel? Ich freue mich über alle Hinweise und jeden Kommentar dazu!

 

Nachlese zum ersten deutschen Genchat

Das war er nun, der erste deutsche Genchat. Und eines gleich vorweg: Mir hat es riesigen Spaß gemacht.

Heute um 20 Uhr trafen sich virtuell auf twitter 12 Ahnenforscher, um sich zum Thema “Ahnenforschung offline” auszutauschen.

Ich hatte vorher 10 Fragen zu dem Thema vorbereitet. Dabei ging es von Archiven über Pfarrämter zu Überraschendem. Aber es hat sich herausgestellt, dass meine Fragen teilweise so dediziert waren, dass einige davon schon durch Fragen davor beantwortet wurden. Also habe ich fix umgestellt und meine Fragen neu sortiert. Ich bin mir sicher, das hat keiner bemerkt :)

Zu Beginn hatte ich nochmal die wenigen “Regeln” eines twitterchats bekanntgegeben:

Ein, zwei Ermahnungen zwischendurch – und das ging ganz gut :)

Aber dann wurde es manchen Teilnehmern mit zunehmender Dauer etwas zu unübersichtlich. Denn dann stellte sich das ein, von dem ich hoffe, dass es bei jedem genchat passieren wird: Die Teilnehmer tauschten sich untereinder aus und gingen in den Dialog über. Da wurden Nachfragen und Antworten hin und her geschoben. Auch war ich am Anfang wohl etwas zu schnell mit meinen Fragen. Ich selber schreibe recht schnell und habe leider von mir auf andere geschlossen. Ich habe dann das Tempo etwas rausgenommen und hoffe, das hat geholfen.

Ganz bewusst habe ich am Anfang keine twitter Einweisung gemacht, da das sehr viel Zeit von der Uhr genommen hätte. Im Nachhinein hat sich aber herausgestellt, dass es dennoch für einige sehr hilfreich gewesen wäre.

Um mit der Technik etwas zu helfen, habe ich ein paar genchat Tipps und Tricks zusammen gestellt:

Genchat – Tipps und Tricks

Aber für uns alle war es ja das erste Mal, von daher üben wir noch. Und ich bin mir sicher, die kleinen Schwierigkeiten rütteln sich bei den nächsten Malen zurecht.

Wer nicht live dabei sein konnte, oder wem es live zu schnell ging, kann alles hier nochmal nachlesen: GenChatDE Storify

Wir hatten immerhin rund 250 tweets in der Stunde – gar nicht schlecht für das erste Mal :)

Das Feedback war bis auf die technischen Herausforderungen grundweg positiv. Auch wurde schon nach dem nächsten Termin gefragt. Wir treffen uns Anfang März das nächste Mal in unserem virtuellen Plauderraum. Den genauen Termin werde ich frühzeitig bekannt geben. Und Themenwünsche werden noch entgegen genommen.

#genchatDE – jetzt gibt es auch einen Termin

Ihr habt es vielleicht schon gelesen genchat kommt jetzt auch nach Deutschland!

Ich hatte eine doodle Umfrage erstellt, um ein Datum und eine Uhrzeit zu finden, zu der möglichst viele Interessierte teilnehmen können.

Und jetzt gibt es dazu auch einen Termin – 11. Februar 2016 um 20 Uhr.

Wir sehen uns also auf twitter und nicht vergessen, folgt dem hashtag #genchatDE

 

 #GenealogySelfie Day – #GenealogenSelfie Tag

Ich bin ja persönlich nicht so ein Selfietyp, aber auch ich bin ein Freund davon, Namen mit Bildern zu versehen. Von daher werde ich wohl auch am #GenealogySelfieDay am 1. February 2016 teilnehmen, den die communities der Geneablogger und von ConferenceKeeper ins Leben gerufen haben.

Wer ist denn in Deutschland unter #GenealogenSelfie Tag dabei?

Mehr zum Thema: ConferenceKeeper & Geneabloggers Proclaim February 1 as #GenealogySelfie Day