Das war er nun, mein erster Genealogentag

Es ist fast nicht zu glauben, aber es stimmt. Obwohl ich Genealogie nun schon seit 20 Jahren betreibe, war ich noch nie auf einem Genealogentag. Aber dieses Jahr hatte ich das fest eingeplant, das Wochenende vom 12.-14.September war nicht verhandelbar.

Auf twitter wurde sich mit mehreren Genealogen schon zum livetwittern verabredet, wer Interesse hat, der hashtag war #66dgt14. Eine SocialMediaWall hatten wir auch und ich verweise gerne auf den storify, den Timo Kracke zu dem Genealogentag daraus gebastelt hat: https://storify.com/genkracke/66-deutscher-genealogentag-kassel

Natürlich hatte ich wieder bis zum Schluss gewartet, um mir ein Hotelzimmer zu buchen, aber direkt über die Webseite des Genealogentags habe ich dann doch noch etwas in der Nähe gefunden. Das Best Western City Kassel ist wirklich zu empfehlen, mal so nebenbei.

Am Freitag vormittag ging es also los in Richtung Kassel. Ist ja zum Glück von Frankfurt nicht so weit. Aber trotzdem hing ich auf der Autobahn fest und da ich nun sowieso schon zu spät war, ging ich erstmal ins Hotel, um den “Papierkram” hinter mich zu bringen.  Und dann ab ins Ständehaus, denn dort sollte der Genealogentag stattfinden. Veranstaltet vom DAGV und ausgerichtet von der Gesellschaft für Familienkunde in Kurhessen und Waldeck e.V.

Natürlich hatte ich mich schon für “meine” Vorträge angemeldet, aber es schadet ja nichts, nochmal auf den Plan zu gucken, oder? Aber ich blieb dabei, das wollte ich mir anhören:

  • GOV – Das genealogische Ortsverzeichnis (Timo Kracke @genkracke)
  • Das Kirchenbuchportal (Hr. Müller-Bauer) mittlerweile bekannt unter Archion
  • Pause für ein Tweetup
  • Familienforschung in Polen, Wolhynien und Russland – Neue Quellen im Internet (Bärbel Johnson)
  • Quellen zu WK1 für Familienforscher (Marie Luise Carl)
  • Eröffnung der Testphase des Kirchenbuchportals
  • Jeder hat eine Geschichte – was ist Ihre? (Torsten Kux) – bereits am Sonntag

Leider war es im Ständehaus nicht möglich, alle Vorträge unter einem Dach anzubieten, deswegen musste zwischen dem Ständehaus, der Handwerkskammer und dem Stadtmuseum hin- und hergependelt werden. Ein Grund, warum ich das Ständehaus nicht für optimal hielt, um so eine Veranstaltung abzuhalten. Ein anderer war die verschachtelte Architektur des Ständehauses. Es waren zwar überall Hinweisschilder, dass sich in anderen Räumen noch weitere Aussteller befanden, aber ich fand es schade, denn ich fand es doch etwas wirr.

Angemeldet hatten sich ca. 230 Genealogen (übrigens gilt bei mir auch IMMER die weibliche Form, auch wenn ich sie nicht schreibe). Ich kann leider nicht sagen, ob auch so viele wirklich da waren, da es durch das Hin und Her etwas unübersichtlich war. An Ausstellern waren genealogische Vereine (hauptsächlich aus dem Süden und Osten, “meinen” Norden habe ich doch arg vermisst), Softwareanbieter sowie Verlage vertreten. Was mich besonders gefreut hat, war der Beratertisch der Berufsgenealogen. Dort waren über die drei Tage Spezialisten für die verschiedensten Gebiete vor Ort, die Fragen beantworteten. Leider ging der Tisch dort wo er platziert war etwas unter. Ich hätte dem Projekt mehr Platz eingeräumt. Aber es war wohl das erste Mal, das so etwas ausprobiert wurde und ich bin mir sicher, nächstes Jahr in Gotha sieht das schon anders aus.

Die Vorträge waren von den Themen her durchweg alle interessant, bei dem einen oder anderen Redner spürte man aber die Nervosität. Was mich doch gewundert hat, denn das waren alles “Profis” auf ihrem Gebiet, hätte also gar nicht sein müssen ;) Getwittert habe ich darüber wie ein Wilde, wer also Live-Eindrücke haben möchte, einfach unter dem schon genannten #66dgt14 nachschauen ;)

Was mich besonders freute, war, dass ich sehr viele Genealogen, die ich bisher nur von Blogs oder von twitter oder Facebook kannte, endlich auch mal persönlich kennengelernt habe. Unser Tweetup war ein voller Erfolg, auch wenn der Initiator seinen Einsatz verpasst hat (“wie, ist es etwa schon 12??” … “schon viertel nach”). ;)

Was mich nicht so gefreut hat, war die ständige – manchmal unterschwellig, manchmal sehr deutliche – Stänkerei von ehrenamtlichen Vereinsmitgliedern gegen alle, die mit Genealogie Geld verdienen wollen. Also gegen alles Kommerzielle. Das hat mich unwahrscheinlich genervt, und mir schwirrten ständig die Worte “persönliche Befindlichkeit” und “Besitzstandwahrung” durch den Kopf.

Das war er also, mein erster Genealogentag. Mein Fazit? Es hat sich auf alle Fälle gelohnt, auch wenn einige Dinge suboptimal gelaufen sind und andere mich wieder haben nachdenklich werden lassen. Aber dieses verflixte “Hobby” (ja klar!!) lässt einen nunmal nicht mehr los.

Und was ich so von dem nächsten Jahr höre, bin ich 2015 in Gotha auf alle Fälle wieder dabei. Ist ja schliesslich auch nicht weit ;)

 

2 thoughts on “Das war er nun, mein erster Genealogentag

  1. Pingback: Podcast #24 invenio – Onlinesuche im Bundesarchiv, Rückblick zum 66. Deutschen Genealogentag | der Genealoge

  2. Pingback: Meine Vorbereitungen für den 67. Genealogentag laufen | Connecting the Worlds

please comment

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s