Webinar Social Media in der Ahnenforschung

Am 1. Dezember ist es so weit: Ich werde mein erstes Webinar mit myHeritage halten. Es geht um die Nutzung von Social Media in der Ahnenforschung.

Nach einer kurzen Einführung in das Thema “Was ist Social Media überhaupt” geht es dann gleich daran zu erläutern, wie die sozialen Medien in der Ahnenforschung / Genealogie helfen können.

  • Worauf muss ich achten?
  • Was habe ich davon?
  • Wie nutze ich es richtig?
  • Was sollte ich lieber nicht machen?
  • und noch ein paar andere interessante Themen …

Wer sich gerne noch anmelden möchte, kann das hier tun: Webinaranmeldung

Ich freue mich auf Euch!

P.S. und am Ende erfahrt Ihr dann auch, welcher Social Media Kanal denn mein Favorit ist :)

Der Britische Blick: Deutschland – Erinnerungen einer Nation (Martin Gropius Bau)

Ich habe hier vor einer Weile darüber geschrieben, wie ich durch einen Podcast einen neuen Zugang zu meiner eigenen Geschichte – der deutschen – gefunden habe: How I re-discovered my own history via a podcast

Dabei ging es eigentlich um eine Ausstellung im British Museum in London, die von einem fantastischen Podcast von Neil McGregor, dem damaligen Direktor des British Museums, begleitet wurde: Germany – Memories of a Nation

Seitdem bin ich ein großer Fan von Neil McGregor, der im Mai 2015 als Gründungsintendant des Humboldtforums von London nach Berlin wechselte.

Letzte Woche hatte ich einen freien Touristentag in Berlin und den wollte ich eigentlich auf der Museumsinsel verbringen. Nur leider hat die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, in deren Hände die Museen liegen, irgendwie einen Tick. Der Großteil der Museen ist Montags geschlossen. Komisches Konzept, wenn man mich fragt.

Also wurde das Internet angeschmissen und nach einer Alternative gesucht. Ich war am Fuß etwas angeschlagen, humpelte nur durch die Gegend, von daher waren lange Fußmärsche leider nicht drin.

Und dann sah ich es! Im Martin-Gropius-Bau läuft gerade die Ausstellung Der Britische Blick: Deutschland – Erinnerungen einer Nation

Richtig, dabei handelt es sich um die Ausstellung, die mich schon in London begeistert hat. Ich habe nicht gezögert und mich auf den Weg gemacht. Ich war gespannt, ob sie genauso aufgebaut wurde (wurde sie) und wie die deutsche Untermalung umgesetzt wurde.

Der Eintritt für die Ausstellung kostet 11 Euro für Erwachsene. Dazu wird ein Audioguide für 4 Euro bzw. 3 Euro für Kinder angeboten.

Bei dieser Ausstellung geht es übrigens nicht darum, eine eindeutige oder vollständige Zusammenstellung über die deutsche Geschichte zu geben. Von daher fand ich auch einige Kommentare im Gästebuch fehl am Platz. Dort wurde moniert “warum fehlt dies, oder warum wurde das nicht mit eingebunden”.

Nein, diese Ausstellung soll mir den Blick eines Briten auf Deutschland geben. Was verbindet uns Deutsche? Welche Erinnerungen teilen wir? Wie sieht der Brite, wie wir uns als Deutsche definieren? Was ist das Gemeinsame, was wir haben? Als doch ziemlich junge Nation, wenn man Deutschland in den heutigen Grenzen sieht. Und aus der Vergangenheit ein Deutschland mit fließenden Grenzen. Wie wirkt sich das auf unsere Erinnerungen aus? Wie können andere Nationen uns verstehen und einordnen? Und können wir das selber überhaupt?

Und weil es eben keine Geschichtsübersicht ist, ist die Ausstellung auch nicht wirklich chronologisch geordnet. Sie beginnt mit dem 9. November 1989, dem Fall der Berliner Mauer. Dann geht es lose weiter mit der Bedeutung von Königsberg und Prag, über die Hanse und die Habsburger zu dem, was noch heute fasziniert “Made in Germany”. Die Zeit des 3. Reiches darf natürlich nicht fehlen. Aber zum Glück ist das nur ein Teil unter vielen in dieser Ausstellung. Das war ja auch schon das, was mich in London angesprochen hatte. Aber ich will hier keine vollständige Auflistung der Themen und Exponate liefern.

Ihr müsst schon selbst hingehen. Glaubt mir, es lohnt sich!

Immer wieder in die Ausstellung eingebunden ist der Audioteil. Einzelne Exponate werden hervorgehoben und dazu werden Geschichten erzählt. Leider nicht mit der ausgesprochen angenehmen Stimme von Neil McGregor, aber auch der Sprecher kann sich hören lassen!

Mir waren die Exponate schon von dem Podcast bekannt, ich habe mich ertappt, wie ich teilweise suchenderweise durch die Ausstellung gegangen bin, denn selbstverständlich habe ich Lieblingsepisoden des Podcasts. Besonders Ernst Barlachs Engel und die Geschichte um Käthe Kollwitz hatten es mir angetan.

Ich kann nur empfehlen, die Ausstellung mit dem Audioguide zu besuchen. Die Beschilderung ist zwar hervorragend gelungen, allerdings verpasst man ohne den Guide vieles zwischen den Zeilen.

Ziemlich am Ende habe ich übrigens zufällig herausgefunden, dass ich mit meinem Erwachsenen Audioguide auch den für die Kinder abhören kann – ich hatte mich wild vertippt. Also bin ich gleich nochmal durch die Ausstellung gegangen.

Schneller dieses Mal, da ich mich auf die “Kindersymbole” konzentriert habe.

Der Audioguide für Kinder ist wirklich gut gemacht – der für Erwachsene übrigens auch, aber mich interessiert es immer besonders, wie Museen auf Kinder eingehen und ihnen das Wissen vermitteln möchten.

Die Idee ist so einfach wie überzeugend: Onkel John ist aus England zu Besuch gekommen und möchte mit seinem Neffen Paul und dessen Freundin Lena, durch die Ausstellung gehen. Lenas Tante ist übrigens die Kuratorin dieser Ausstellung und hatte Lena und Paul schon eine Privatvorführung gegeben. Mal hören, wie gut die beiden aufgepasst haben.

Die Drei erzählen also anhand von einzelnen Ausstellungsstücken, die übrigens nicht zu 100% mit denen des Guides für Erwachsene übereinstimmen, die Erinnerungen einer Nation und auch was sie selber damit verbinden. Passend dazu: die Sicht des Onkel John dazu. Wie nimmt er uns wahr? Was kann er zu den einzelnen Themen aus einer anderen Sicht beitragen? Wie wurde unsere Geschichte zum Beispiel in England in der Schule gelehrt? Was unterscheidet die Wahrnehmung des Briten und uns Deutschen?

Sehr berührend ist das letzte Exponat: Das Gemälde Betty von Gerhard Richter.

Der hervorragende Abschluß mit dem Blick in die Zukunft. Was würde sie sehen, wenn sie sich denn umdrehen würde, das gute Mädchen?

 

 

Working Out Loud Woche – 07. bis 13. November

In diesem Blog bin ich hauptsächlich mit 2 Themen vertreten. Genealogie (mit allem, was dazu gehört) und “Working Out Loud”, einem Konzept bzw. einer Methode zum vernetzten Arbeiten. In beiden meiner Themen geht es um das Teilen und Helfen. Ohne diese Einstellung wäre meine Ahnenforschung schon nach ein paar Generationen vorbei gewesen und ich wäre nicht noch 20 Jahre später dabei.

Von daher war es unvermeidlich, dass diese Methode des Arbeitens bei mir offene Türen eingerannt hat. Und gestern begann die internationale Working Out Loud Woche.

Dabei geht es darum, in einer Woche geballt das “Working Out Loud Konzept” durchzugehen. Und das ganze am besten öffentlich, also “loud”

untitledDieses Bild veranschaulicht ganz gut, worum es dabei geht:

Tag 1: Setzen Sie sich ein Ziel und stellen Sie es in den Focus der WOL Woche. Es muss kein riesiges Ziel sein. Manchmal sind kleinere, erreichbare Ziele besser, um die Methode zu verinnerlichen. Wenn Sie Ihr Ziel gefunden haben, teilen Sie es mit der relevanten Zielgruppe: posten Sie es in sozialen Netzwerken, erzählen Sie es jemandem, schreiben einen Blog, nutzen Sie andere Kanäle, auf denen Sie sich wohlfühlen

Tag 2: Stellen Sie eine Verbindung her – Wer könnte noch Interesse an diesem Ziel haben? Finden Sie jemanden, mit dem Sie Ihr Ziel bisher noch nie in Verbindung gebracht haben. Die Herausforderung: Stellen Sie sich vor oder stellen Sie anders diese Verbindung her (eventuell lassen Sie sich vorstellen? Das hilft, wenn man nicht so direkt auf Menschen zugehen kann)

Tag 3: tragen Sie etwas bei: Working Out Loud ist so viel erfolgreicher (und macht so viel mehr Spaß), wenn man nicht nur an sich denkt. Nehmen Sie sich an diesem Tag die Zeit, um zu überlegen, welcher Person, die in Verbindung zu Ihrem Ziel steht, Sie etwas Gutes tun können. Und ich rede nicht von einer Einladung zum Käffchen. Nein, finden Sie einen Weg, ihm oder ihr die Arbeit etwas einfacher zu machen.

Tag 4: Teilen Sie Ihre Fortschritte: Machen Sie Ihre Arbeit oder den Stand Ihrer Arbeit für Ihre Zielgruppe sichtbar. Wer weiß, wer Ihnen vielleicht helfen kann? Kommentieren bzw. dokumentieren Sie genau, wo Sie sich gerade befinden und dass Sie teilen, um zu lernen.

Tag 5: Bitten sie um Hilfe. Nicht schüchtern sein! Fragen Sie ruhig! Woher soll Ihr Netzwerk denn wissen, dass Sie Hilfe benötigen und wobei?

Tag 6: Sagen Sie Danke und erkennen Sie die Hilfe an: Das wolle wir doch eigentlich alle – Anerkennung für die Arbeit, die wir leisten. Egal, was es ist. Tun Sie es! Sie haben Hilfe bekommen? Sagen Sie öffentlich danke. Und am besten so, dass der Helfende auch etwas davon hat. Hat er/sie besonderes Wissen eingesetzt? Lassen Sie es Ihr Netzwerk wissen!

Tag 7: planen Sie Ihre nächsten Schritte: Wenn Sie Tag 1-6 mitgemacht haben, haben Sie eine heftige Woche hinter sich. Nehmen Sie sich die Zeit, zu rekapitulieren und Ihre nächsten Schritte zu planen. Sind Sie dort angekommen, wo Sie sein wollen? Falls nein, welche Schritte fehlen noch?

Und nicht vergessen: Tag 1-7 müssen nicht nur während der Working Out Loud Woche sein.

Mehr Infos zu Working Out Loud finden Sie hier in meinem Blog oder unter www.workingoutloud.com

Ein ganz besonderer GenchatDE

Am kommenden Donnerstag wird es einen ganz besonderen genchatDE geben.

Wir haben mit “Ahnenforschung und Kinder” nicht nur ein tolles Thema,  sondern wir haben auch zwei besondere Gäste, die uns als Experten zur Verfügung stehen: Timo Kracke von den Familienforschern und Tanja Bals, die vor kurzem ein tolles Projekt gestartet hat: Die Familien-Zeitreise.

Und um das ganze zu toppen, wird der genchatDE etwas anders ablaufen als sonst. Wie immer ist er für eine Stunde angesetzt. Für die erste Hälfte der Stunde habe ich ein paar spannende Fragen vorbereitet. Nicht vergessen, auf twitter meinem genchatDE Alter Ego zu folgen: @genchatDE

Die zweite Hälfte der Stunde werde ich dann für Fragen der Teilnehmer an unsere beiden Experten freigeben. Da könnt Ihr selbst die Fragen loswerden, die Euch auf der Seele brennen. Falls nötig, werde ich etwas moderierend eingreifen, auch im Interesse der Zeit. Aber ich gehe davon aus, dass das nur im Notfall sein wird.

Sollten nicht alle Eurer Fragen beantwortet werden können, sammel ich die gerne und gebe die an Timo und Tanja weiter. Es soll nichts unbeantwortet bleiben.

Ich freue mich sehr auf dieses  Experiment und bin selber gespannt, ob das so funktioniert, wie wir uns das vorstellen.

Wir sehen uns also virtuell am 10. November um 20 Uhr auf Twitter.

Ich freue mich!

Ahnenforschung – ist man jemals zu jung?

Wann immer man sich mit anderen Genealogen über die Ahnenforschung unterhält, kommt unweigerlich irgendwann das Gespräch auf die “Alterspyramide”. Es ist leider immer noch so, dass Ahnenforschung oder Familienforschung mehrheitlich von älteren Menschen ausgeübt wird. Oder so erscheint es auf jeden Fall in der Öffentlichkeit. Dass ich zu meinen Anfangszeiten mit knapp 20 Jahren immer die Jüngste war, habe ich ja verstanden, aber dass ich selbst jetzt – 20 Jahre später – noch immer eher zu den jüngeren gehöre, finde ich doch ziemlich traurig.

Ganz überspitzt gesagt und hier auch bewusst übertrieben: Wenn man dann mal etwas über unsere Tätigkeit (ich wähle bewusst nicht das Wort “Hobby”, weil es für viele von uns viel mehr ist als das) in den Medien sieht, dann sind es grauhaarige Damen und Herren, die einen meterlangen Ausdruck der Ahnentafel in die Kamera halten.

Ganz ehrlich? Das ist selbst für meine Generation (Jahrgang 1973) nicht wirklich einladend. Und die, die nach  mir kommen, inspiriert man damit nicht, um aus ihrer Welt heraus zu kommen.

Aber muss man das überhaupt? Die Kinder und Jugendlichen aus ihrer Welt in unsere der Genealogie holen?

Wäre es nicht viel einfacher, wenn wir die Ahnenforschung zu ihnen bringen? Es kind- und jugendgerecht rüberbringen?

Wie man das angehen kann, damit beschäftigen wir uns beim nächsten GENCHATDE auf Twitter. Der findet am 10. November 2016 um 20 Uhr statt. Und ich freue mich sehr, dass ich mit Timo Kracke von den “Die Familienforscher” und Tanja Bals, die gerade ihr Projekt der “Familien-Zeitreise” gestartet hat, zwei Profis an der Hand habe, die mit Sicherheit guten Input zu dem Thema liefern können!

Dieser GENCHATDE wird etwas anders ablaufen, als gewohnt. Denn natürlich wollen wir so viel wie möglich aus den beiden herausbekommen. Die erste Hälfte wird so gestaltet wie immer. Ich werde Fragen an die Community (incl. der beiden Gäste) stellen. In der 2. Hälfte der Zeit werden die beiden dann für Fragen der Community zur Verfügung stehen. Ich bin mir sicher, wir bekommen das hin und es gibt kein zu großes Durcheinander. Falls nötig, werde ich etwas moderierend eingreifen.

Ich freue mich auf dieses Experiment und ich hoffe, Ihr seid zahlreich als Teilnehmer vertreten!