Neuer Versuch zum #genchatDE am 28.4.2016

Der letzte deutsche Genchat musste  leider “mangels Masse” abgesagt werden.

Also versuchen wir es erneut. Dieses Mal am 28. April 2016, wieder um 20 Uhr. Das Thema bleibt: Die Überwindung von toten Punkten.

Also macht Euch  Notizen, stellt eventuell auch konkrete Fragen. Ich gehe davon, es wird eher eine Gruppenunterhaltung als ein typischer Genchat.

Bis Donnerstag!!

Nächster #genchatDE am 14.04.2016

Wir treffen uns morgen Abend wieder um 20 Uhr virtuell bei twitter zum nächsten #genchatDE.

Das Thema wird dieses Mal “Überwinden von toten Punkten” lauten. Seien wir doch mal ehrlich: egal, wie lang oder wie kurz wir dabei sind, wir alle haben diese fiesen toten Punkte, an denen wir einfach nicht weiterkommen. Alles was bisher versucht wurde, hat ins Nichts geführt.

Aber vielleicht hat ja einer unserer Mitforscher eine tolle Idee? Oder weiß von Unterlagen, die gerade erst verfügbar gemacht wurden? Oder steuert vollkommen innovative Ideen bei, wie man weiterkommen kann?

Ich bin total gespannt, denn ich habe da auch so ein paar von diesen verflixten toten Punkten!

Familieninterviews – Tipps und Tricks

Das Thema des letzten deutschen genchats am 03 März 2016 war “Familieninterviews”. Es ergaben sich hervorragende Gespräche und es wurden viele Tipps ausgetauscht. Ein Teilnehmer sagte sogar “bisher bin ich die Familieninterviews total falsch angegangen”. Es freut mich, wenn unser Austausch solche A-ha-Erlebnisse hervorbringt.

Das möchte ich gerne zum Anlass nehmen, um Euch zu beschreiben, wie solche Interviews bei mir ablaufen.

Vorbereitung ist (fast) alles!

Ich bereite mir immer meine Fragen vor. Weiss ich schon etwas von der Familie und habe konkrete Fragen? Oder ist mir der Teil noch vollkommen neu? Dann geht es eher darum, die Konversation am Laufen zu halten. Mein Grundsatz ist immer: meinen Gegenüber reden lassen.

Ich möchte ungerne die ganze Zeit mit dem Kopf nach unten über meinen Notizblock gebeugt dasitzen. Erstens ist es unhöflich und zweitens einer Unterhaltung nicht förderlich. Von daher kläre ich gleich zu Beginn ab, ob es in Ordnung ist, wenn ich ein Tonband laufen lasse. Wobei mir mein iPhone dabei hilfreiche Dienste leistet. Das lege ich einfach auf den Tisch, stelle die Sprachmemos ein und vergesse es dann. Und ich hoffe, mein Gegenüber vergisst es auch.

Es geht nicht um mich!

Jedes Familienmitglied ist anders. Ich mache mir Gedanken über Alter und Gesundheitszustand, aber auch über die Erlebnisse der Vergangenheit, jedenfalls wenn ich diese einordnen kann.  Ich muss immer darauf gefasst sein, dass bestimmte Themen tabu sind. Besonders bei der Kriegsgeneration. Da kann es heikel werden, über die Zeit das Nationalsozialismus zu reden. Auch Familiengeheimnisse können das Gespräch zum Stocken bringen: uneheliche Kinder, Affären, etc. Immer daran denken, dass die ältere Generation solche Dinge in einem anderen Zusammenhang sieht. Es kann ihnen auch peinlich sein, mit den Enkeln darüber zu reden.

Mein Tipp? Nicht drängeln. Es geht nicht um mich, sondern um meinen Gesprächspartner. Wenn er oder sie sich wohlfühlt, dann kommt auch das Gespräch wieder in Gange. Für den Fall habe ich meine Fragenliste parat und steuere das Gespräch auf ein anderes Thema. Auch hilft es, mehrere Interviews mit einer Person zu führen. Zu Beginn hörte ich mehr als einmal “daran erinnere ich mich doch nicht mehr, Barbara!!” Und zwar im Brustton der Überzeugung. Nach ein paar Gesprächen sprudelten dieselben Personen nur so über vor Erinnerungen.

Es wird emotional!

Nicht vergessen, Taschentücher bereit zu halten. Mehr als einmal flossen Tränen, weil die Erinnerungen emotional wurden. Positiv wie negativ. Aber gemeinsames Weinen hat etwas verbindendes.

Wie geht’s dann weiter? 

Nach dem Interview kommt der harte Teil. Das Transkribieren der Aufnahme. Ich tippe grundsätzlich das gesamte Gespräch nochmal ab. So stelle ich sicher, dass mir nichts durch die Raster fällt. Auch treffe ich beim Abschreiben gleich auf Folgefragen für das nächste Gespräch. Unklarheiten werden so beseitigt. Auch lerne ich beim Abschreiben oft noch Daten und Fakten, die mir im Gespräch selbst entgangen sind.

Das Abtippen kann wirklich anstrengend sein. Mein Highlight “negativer” Art? 7 Stunden Aufnahmen eines Gesprächs von vier Personen, die zwischen Hoch- und Plattdeutsch hin und her gesprungen sind. Da macht Familienforschung doch Spaß.. NICHT!!

Aber die Geschichten, die man hört und die Erkenntnisse, die man gewinnt, sind das alles wert. Nicht zu vergessen, die Verbindung, die man wieder mit der vorherigen oder der 2. Generation vor uns aufnimmt.

Und jetzt viel Spaß beim nächsten Familieninterview!

Nächster #genchatDE am 3. März 2016

Wir treffen uns wieder um 20 Uhr virtuell auf twitter.

Das Thema dieses Mal sind “Familieninterviews”. Wer hat schon mal welche gemacht? Tipps und Tricks, Vorbereitung, worauf muss man achten? Wie müssen diese Interviews nachbereitet werden? Welche Fragen gehen gut? Welche waren eher nicht so der Hit? Wie lang, wie kurz? Solche Dinge eben.

Ich wünsche uns allen wieder viel Spaß!

Und für die noch Neulinge unter uns, hier ein paar Tipps & Tricks, die einen twitterchat einfacher machen.

Private Stammbäume online? Warum denn nicht öffentlich?

Ich werde öfter mal gefragt, warum ich meinen Stammbaum nicht für jeden öffentlich bei ancestry oder auch  myheritage veröffentlicht habe.

Heute zeige ich Euch mal anhand eines klassischen Beispiels, warum ich mich schon vor einigen Jahren dazu entschlossen habe.

Seit einiger Zeit hat myheritage die sogenannten “Instant Discoveries” zu bieten. Die zeigt nicht nur direkte Übereinstimmungen von Stammbäumen, sondern auch dadurch resultierende Erweiterungen für meinen Stammbaum.

Instant Discoveries Anna Schaper

Instant Discoveries Anna Schaper

Leider kann man über diese Instant Discoveries nicht direkt den Eigentümer des anderen Stammbaums ansprechen, da muss man einen Umweg über die Smart Matches machen. Ich halte das für einen blöden bug, den ich auch schon an den myheritage Support gemeldet habe.

Auch habe ich weiter keine Möglichkeiten, Details zu den Personen einzusehen, bevor ich sie zu meinem Stammbaum hinzufüge. Das verführt meines Erachtens nach dazu, einfach irgendwelche “passenden” Daten zu dem Baum hinzuzufügen. Also mache ich den Test und füge eine dieser Instant Discoveries zu meinem Stammbaum zu.

Das sieht dann folgendermaßen aus, die zugefügten Personen sind mit “NEU” markiert. Mein schon existierender Vorfahr ist in diesem Fall Johann Heinrich Friedrich SCHMIDT (geb. 1844), der Onkel meines Urgroßvaters. Da war ich natürlich total aufgeregt, wenn für eine direkte Linie Verwandte finden kann.

klara bergstresser

Jetzt ist ja SCHMIDT der zweithäufigste Nachname in Deutschland und ich bin mir recht sicher, dass das vor knapp 170 Jahren nicht anders war. Von daher kann man da mal durcheinander kommen.

Schauen wir uns das doch mal näher an

Was mir als erstes auffällt, er ist Jahrgang 1844, die angebliche Ehefrau ist Jahrgang 1882. Das ist schon ein ziemlich großer Altersunterschied. Kann aber sein, das muss noch nicht heissen, dass diese Ehe falsch ist, aber lässt mich schon mal nachdenken.

timeline Johann Schmidt

 

Aber gucken wir weiter. Ein Blick auf sein angepasstes Profil zeigt mir Zeit und Ort der Hochzeit mit Klara BERGSTRESSER: 1903 in Groß Romanow / Samara, Russland. Da bilden sich dann bei mir die nächsten Fragezeichen. Er ist in Tüschenbek in Lauenburg (vor den Toren von Lübeck) geboren. Und soll in Rußland geheiratet haben?

Aber auch das KANN sein, das alleine wäre noch kein Grund, diese Beziehung anzuweifeln.

Für mich wurden es aber langsam zu viele Zweifel, wenn ich mir die Kinder aus dieser angeblichen Beziehung anschaue. Da sind neun Kinder zwischen 1904 und 1928 eingetragen. Und jetzt fangen wir mal an zu rechnen. Bei der Geburt des ersten Kindes war er immerhin schon 60 – da sind wir immer noch bei “das KANN sein”. Und dann gucken wir im Bild oben mal nach ganz rechts. Das letzte bekannte Geburtsjahr eines Kindes ist 1928. Das bedeutet, der Vater wäre bei der Geburt 84 Jahre alt gewesen. Jetzt bewege ich mich langsam auf “das kann NICHT sein” zu.

Und jetzt kommt der letzte Test: die Quellen. Ja, das böse Q-Wort. Also gucken wir doch mal.

quellenUnd wie wir sehen, sehen wir nichts. Ausser den Instant Recoveries sehen wir keine Quelle angegeben. Und spätestens an der Stelle bin ich dann raus. Ich gehe so weit, dass ich sage “Auf gar keinen Fall ist Klara BERGSTRESSER die Ehefrau von Johann Heinrich Friedrich SCHMIDT. Und das heisst für mich, ich muss die Personen jetzt wieder manuell löschen. Auch irgendwie suboptimal.

So, und was hat das ganze nun damit zu tun, dass ich meinen Stammbaum nicht öffentlich einsichtbar habe? Das ist recht einfach zu beantworten.

Wenn ICH einfach so Daten aus anderen Stammbäumen zu meinem zufügen kann, es mir auch noch so leicht gemacht wird, ohne, dass ich vorher nachprüfen kann, ob das überhaupt Sinn macht, dann können andere das auch.

Und zwar nehmen die dann Daten aus meinem Stammbaum. In diesem konkreten Fall könnte der andere Eigentümer meine gesamte SCHMIDT-Linie seinem Stammbaum zufügen, obwohl das totaler Quatsch ist (auf meine Anfrage hat er übrigens auch nicht geantwortet). Und was passiert dann? Ich bekomme ständig Smart Matches als Übereinstimmungen angezeigt, von denen sich dann nach Prüfung herausstellt, dass die falsch sind. Dafür muss ich aber die Stammbäume hoch und runter wandern, denn auf den ersten Blick würden die ja Sinn machen. Meine Daten in seinem Baum, die mir wieder als Übereinstimmung angeboten werden.

Juhuu.. Verwandte.. ach nee, warte doch nicht, denn irgendwo da drin ist ein ganz übler Fehler.

Das ist mir in der Vergangenheit schon passiert. Woran ich heute noch merke, dass mir aus anderen öffentlichen Stammbäumen “meine” Daten angeboten werden? Ich habe da am Anfang mal eine üble Verwechslung von Brüdern gebastelt. Bei mir ist sie korrigiert, aber sie schwirrt immer noch durch die Weiten des Internets.

Ich teile gerne. Meine Stammbäume sind alle so eingestellt, dass ein anderer Forscher sehen kann, dass es eventuell eine Übereinstimmung gibt. Und wenn er/sie mehr wissen möchte, kann man mich anschreiben und dann tauschen wir uns aus. Aber klammheimliches Kopieren gibt es bei mir nicht.

Wie handhabt Ihr das? Privat oder Öffentlich?